Montag, 11. Juli 2016

Arendal (Folge 1), Norwegen, 9. bis 12. Juli 2016

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Freitag Abend wurde es zunehmend schlimmer. Die Beschwerden, vermutlich eine Zerrung, waren schon in Skagen da, aber ich hoffte auf eine Besserung.
Nun waren die Schmerzen nach unten rechts verlagert. Uns ist der Verdacht aufgekommen, dass sich vielleicht doch der Blinddarm so allmählich bemerkbar machen möchte.

Eine Entscheidung musste her, sie war da und hat uns am Samstag, in aller Frühe zum Krankenhaus gebracht.
Erste Diagnosen fielen tatsächlich auf den Blinddarm. Ich wurde von einer 5 köpfigen Mannschaft auf eine, unmittelbar bevorstehende, Operation vorbereitet. Danach haben sie mir noch eine Computer Tomografie verpasst um weitere Probleme im Bauch zu ermitteln.
Erleichterung, die CT hat gezeigt, dass mein Blinddarm doch nicht entzündet ist und kann weiterhin seinen Platz behalten. Nunmehr stellte sich heraus, dass ich an einer Dünndarmentzündung leide. Also keine OP.

Am Tag darauf hat die Blutuntersuchung eine leichte Besserung gezeigt. Somit wurden wir freundlich entlassen.

Ein riesen Lob an die Mannschaft und die Organisation des Krankenhauses. Sie waren stets kompetent und die Behandlung war beispielhaft, weiter so Norwegen!
  


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Freitag, 8. Juli 2016

Arendal, Norwegen, 5. bis 9. Juli 2016

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deja vu!

Skagen, ungefrühstückt legen wir ab, dafür werden wir unterwegs viel Zeit haben, und das unter der Skagerrak-Sonne.

Man könnte eigentlich fast die selben Texte, von 2015, hierher übertragen. Es gibt aber doch einige Unterschiede.

Prämissen: 8 m/s NWW auf West übergehend, später abflauend und die letzte Stunde unter der Maschine. Westliche Wellen 0,5-1,0m später bis 0,5m.

Kaum auf dem Skagerrak, 9-10 m/s, wir freuen uns, die gerade Strecke müssen wir verlassen. Wir fallen ab und halten uns am Hochamwind-Kurs. Zwischendurch immer wieder 12-13 m/s, wir reffen, um die Krängung zu umgehen. Die Genua I erweist sich als sehr hilfreich, auch wenn das Reffen immer wieder unsere Kräfte herausfordert und zum Schluss fast erschöpft. Anders ist es  mit dem Rollgroß, eine Errungenschaft, Reffen und Ausreffen sehr praktikabel, steht gut und hat, bei uns, die gleiche Fläche wie zuvor.

Ca. 4 Stunden vor dem Landfall, befinden wir uns in einer Kreuzsee, der Wind inzwischen 13 m/s., überall brechende hohe Wellen. Die seitlichen Wellen türmen sich auf, wenn wir uns im Wellental befinden, sie überragen unser Schiff bei weitem. Sie rauschen unten durch, wir haben nur einzelne Brecher am Bug erlebt und Mori wurde wiederholt mit Salzwasser getauft.
Die Windsee mit ca. 1,5 m Höhe kam zu den Seiten-Wellen hinzu.

Mit 3 Reffs in der Genua und 1 Reff im Groß machten wir schnelle Fahrt, mit etwas weniger Krängung.

Wir taumelten von Welle zu Welle, bis die Entscheidung fiel, die Maschine mit 2000 U/m mitlaufen zu lassen. Es hat gewirkt, nun taumelten wir nur noch selten, sondern durchpflügten die Wellen regelrecht, Ergebnis, die Wellen flogen in dicken Tropfen umher und leuchtend, in der Abendsonne, landeten zum Teil im Cockpit.

Arendal, angekommen fanden wir einen Liegeplatz, längsseits für +46 er Schiffe, uns machte es nicht die Bohne.

Wir nehmen kleine Happen und fallen auf die Sitze, im Salon. Sich hinlegen war ein Tortur, es tut  uns alles weh, was man sich vorstellen kann, Ausnahmen bestätigen die Regel!

Route: 83 Seemeilen, bis heute: 298
15:09 Stunden, Temp.: 16-18°C
Sonnenaufgang: 04:25, Sonnenuntergang: 22:33












Unterwegs
Anstatt Empfangskomitee wurden wir mit Blitz und
Donner empfangen.

Arendal's Impressionen ...












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Mittwoch, 6. Juli 2016

Skagen, Dänemark, 4. bis 5. Juli 2016

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Auch Kleinvieh macht Mist!

Frederikshavn, gemütlich haben wir gefrühstückt, es war ja keine Eile geboten. Es hatte Westwind mit 4 Bft geben sollen mit wenig Wellen, wir segelten unter der Küste mit Vollzeug.
Die 4 Stunden schaffen wir mit links, dachten wir. Bis zum Wendepunkt, westlich der Insel Hirsholm war auch alles klar, danach auch, aber mit 23 Knoten. Ist das alles normal, fragen wir uns und kommen in Skagen an.
Wo ist die Hafeneinfahrt? Eh, die haben sie nach Osten verlegt und dabei einen wunderschönen und sicheren Vorhafen geschaffen, danke an die Dänen.

Nun war aber die Orientierung dahin, doch haben wir den Gästehafen gefunden, proppenvoll, wahrscheinlich spricht man hier nur noch norwegisch.
Anlegen, im Hafen mit dem Heckanker ist nicht unsere Sache, man hat mir schon einmal auf Laeso, mitten in der Nacht, den Anker rausgezogen.

Die Suche geht weiter, bis wir eine kleine Ecke, längsseits aber auflandig finden. Der Wind bläst wie verrückt. Mit freundlicher Hilfe schaffen wir es. Der Wind hat 3 Fender bis zu der Scheuerleiste durchgedrückt, die Leiste hat guten Dienst erwiesen und wurde nur leicht gescheuert, dafür ist sie ja da, oder?

Route: 20 Seemeilen, bis heute: 216
3:47 Stunden, Temp.: 20-21°C
Sonnenaufgang: 04:23, Sonnenuntergang: 22:21













Die letzte Ecke ergattert, weil wir so klein sind!
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Sonntag, 3. Juli 2016

Frederikshavn, Dänemark, 2. bis 4. Juli 2016

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Kann man im Wasserglas untergehen?

Grenaa, um 7 Uhr aufgestanden und reichlich gefrühstückt. 08:32 Uhr haben wir bei starkem Seitenwind abgelegt, es ist nochmal gut gegangen.

Der 5er Wind hatte sich gedreht und kam nun aus SWW, besser als SW. Unter Vollzeug segelten wir stundenlang mit immer wieder kehrenden Böen, das Schiff fiel dann von selbst ab und für das Anluven war die Steueranlage zuständig. 

Die schwarze Wolken formieren sich. Heike sagt, die können uns viel Wind bringen, ich erwidere, wir werden rechtzeitig reffen.
Just in diesem Moment kommt eine, nicht zu endende, Böe heran, mit 25 Knoten. Klar zum Reffen der Genua! ... klar. Wir machen 30° Lage und es wird sofort alles chaotisch, das Abfallen hat auch nichts gebracht und ich fange an zu kurbeln. Im 2. Gang keine Chance, alles im 1. Gang ist zu langsam. wir gehen vor den Wind und das Kurbeln geht leichter. Die Böe ist vorbei und wir führen die halbe Genua und damit sind wir erheblich langsamer.
Etwas später wird die Genua wieder ausgerefft und wir fliegen mit über 8 Knoten durch's Wasser.

Die Sonne scheint und wir machen Meilen. In der Höhe von Hals, es wird wieder dramatisch, dieses Mal mit 27 Knoten Winde aber über eine Stunde lang. Wir gehen direkt vor den Wind, aus der Genua lassen wir nur einen Fetzen offen, das Groß hatten wir nur aufgefiert, ein tolles Zeug das Rollgroß!

Am Leuchturm "Laeso Rende" drehte sich der Wind und kam direkt aus Norden, Strömung mit 3,5 Knoten gegen uns. Kein Platz und keine Kraft zum Kreuzen. Die Segel haben wir eingerollt und sind unter der Maschine weitergefahren, eine Stunde später kommt der Starkwind wieder von Westen mit Böen von 23 Knoten.

Nochmal Segel setzen und vielleicht vor dem Hafen wieder mit Mühe zu bergen, war uns nicht zu Mute. Die Genua wurde trotzdem halbgerefft gesetzt, das Seglerherz hat nachgegeben.

Frederikshavn-Einfahrt liegt in der grellen Abendsonne, wir können die Tonnen nur mit viel Mühe finden. Im Hafen bei 23 Knoten Seitenwind, in einer Box angelegt.

Die Sonne beobachtete uns von oben, fast die ganze Zeit!

Route: 65 Seemeilen, bis heute: 195
11:29 Stunden, Temp.: 16-17°C
Sonnenaufgang: 04:23, Sonnenuntergang: 22:20













Frederikshavn, Gewehr bei Fuß, für Skagerrak!
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Freitag, 1. Juli 2016

Grenaa, Dänemark, 30. Juni bis 2. Juli 2016

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Fredericia, morgens Sauwetter, die Wellen kommen durch die Hafeneinfahrt und der Wind drückt uns gegen den Steg, an Ablegen nicht zu denken!
12:30 Uhr, der Wind macht eine Pause und wir legen ab. Es sind Winde um 5 Bft vorausgesagt, es kommen um 3. Wir segeln vor dem Wind unter Genua und immer wieder unter Maschine.
Erst bei der Insel Tunoe haben wir beschlossen, nicht nach Ebeltoft, sondern direkt nach Grenaa zu segeln.
Es lag eine Starkwind-Warnung für unterwegs vor und der aktuelle Wetterbericht suggerierte uns Winde um 5 Bft, in Böen 6.

Der Wind schwächelte aber zunehmend, zum Schluss hatten wir die Segel geborgen und fuhren, unter der Maschine, gen Grenaa.

Plötzlich ein dumpfes Bums und wir sprangen auf, eine grüne Tonne taumelt an uns vorbei, die Scheuerleiste hat unsere Unaufmerksamkeit wett gemacht! Glück im Unglück, die Tonne war keine deutsche Wertarbeit, sondern aus Kunststoff und hat keinerlei Schaden angerichtet.

Grenaa, in der Dunkelheit haben wir festgestellt, dass keine unserer bevorzugten Liegeplätze frei sind. Rein zwischen die Dalben und das Anlegen auf Ententeich war beendet.

Der Starkregen kam erst später, als wir fast einschliefen.

Route: 68 Seemeilen, bis heute: 130
13:10 Stunden, Temp.: 17-17°C
Sonnenaufgang: 04:29, Sonnenuntergang: 22:11













Eine Marelle im nu gefangen, dann aber nichts mehr! 
Sonnenuntergang, 2 Stunden vor Grenaa












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Fredericia, Dänemark, 29. bis 30. Juni 2016

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Sturm im Wasserglas!

Endlich können wir aufatmen, PALLADIUM ist fertig, wir auch. Das Bunkern schien uns endlos.
Früh am Morgen, das Sauwetter, also wir warten bis 10:20 Uhr, es wird passabler. Erst ab Schleimünde dürfen wir auch unser nagelneues Rollgroß in Betrieb nehmen, es klappt prima.

Dann fängt es an, der Wind ist weg, Genua bergen, Maschine an. Doch der Wind ist wieder da, Genua setzen, Maschine aus. Der Wind, wenn er kommt, 5-6 Bft von Achtern und sehr böig. Immer wieder die Genua unter Starkwind gerefft und wir sind fix und fertig. Das Groß verhindert das Schaukeln und die Genua, unter flatterhaftem Wind, holt alles von uns raus.

Wir kamen ganz schnell voran, nur unsere, noch im Winterschlaf befindlichen Konditionen waren dem wenig gewachsen.

Fredericia, wir haben den Steg direkt vor dem Eingang genommen und sind ins Bett gefallen, die Zähne haben wir erst am Morgen geputzt! 

Route: 62 Seemeilen, bis heute: 62
11:08 Stunden, Temp.: 16-19°C
Sonnenaufgang: 04:39, Sonnenuntergang: 22:10














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Samstag, 25. Juni 2016

Los Angeles / Kappeln, 2. April 2016

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Unser Winterurlaub in Kalifornien tut uns gut, das Wetter ist einsame Spitze und wir kommen rum.

Wir sitzen am Tisch, in Los Angeles bei den Verwandten, und plaudern über nichts Bestimmtes, Heike spielt mit ihrem Smartphone und dabei landet sie auf der Internet-Seite vom Flensburger Tageblatt. 
Ein Schrei und Heike zeigt mir, unsere Bootshalle in Flammen.


Erst die nähere Betrachtung beruhigt uns, die Halle ist doch nicht unsere Bootshalle, sondern die Werft Janssen & Renkhoff, direkt zwischen der Bootshalle und der Mastenhalle.

Ein Telefonat mit Herrn Ancker, der Cheff der Marina, brachte uns die Gewissheit, dass die PALLADIUM selbst nicht davon betroffen ist, sondern das ganze Rigg, d.h. der Mast und alles was dazu gehört.

Die Werft Janssen & Renkhoff hat alles und ...












... wir haben unser Rigg verloren
Die Pantänius-Versicherung hat uns ein neues Rigg zugesagt. Wir haben die Gelegenheit wahrgenommen unseren Mast auf Roll umzustellen. Ein neues Segel musste auch her. Die Firma "becker-segeln" stand uns mit einem Elvström zur Seite.

Es muss nur noch gebunkert werden.












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